Zwischensaat Bad Zell

4. Boden-Stammtisch: Klimafitte Böden auf dem Prüfstand

Lesedauer: 3 min

Zwischenfrüchte im Praxistest – was bringt’s für Boden, Wasser und Ertrag?

Trockenheit im Frühjahr, hohe Temperaturen und immer wieder heftige Niederschläge: Die Landwirtschaft steht zunehmend vor der Herausforderung, mit Wetterextremen umzugehen. Das Jahr 2026 führt einmal mehr vor Augen, wie wichtig ein gesunder, widerstandsfähiger Boden ist. Denn entscheidend ist nicht nur, wie viel Regen fällt, sondern auch, wie viel davon im Boden aufgenommen und für trockene Zeiten gespeichert werden kann.

Auch das Umweltbundesamt zeigt anhand aktueller Satellitendaten das Ausmaß der Dürre in Österreich auf. Die Auswirkungen reichen von Trockenstress bei Pflanzen bis zu einer eingeschränkten Entwicklung der Vegetation. Gleichzeitig unterstreicht die Diskussion rund um den Grünen Bericht 2026, wie wichtig die Anpassung landwirtschaftlicher Betriebe an veränderte Klimabedingungen wird.

Klimawandelanpassung beginnt im Boden

Gerade in der Mühlviertler Alm, wo landwirtschaftliche Betriebe mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen und zunehmend wechselhaften Witterungsbedingungen arbeiten, gewinnt die Bodenbewirtschaftung an Bedeutung. Längere Trockenphasen können das Pflanzenwachstum beeinträchtigen, während Starkregen auf verdichteten oder unzureichend bedeckten Böden das Risiko für Oberflächenabfluss und Erosion erhöht.

Eine stabile Bodenstruktur, gute Durchwurzelung und möglichst durchgehende Bodenbedeckung sind daher wichtige Voraussetzungen, um Wasser besser zu nutzen und die Ertragsgrundlagen langfristig zu sichern.

Zwischenfrüchte können dazu einen wertvollen Beitrag leisten. Je nach Mischung und Bewirtschaftung schützen sie die Bodenoberfläche, fördern das Bodenleben, erschließen unterschiedliche Bodenschichten und unterstützen den Aufbau einer stabilen Bodenstruktur. Welche Arten und Mischungen tatsächlich geeignet sind, hängt jedoch stark vom Standort, der Fruchtfolge und den betrieblichen Zielen ab.

Zwischenfrüchte im Praxistest: Was hat sich bewährt?

Wie können landwirtschaftliche Betriebe auf diese Veränderungen reagieren? Genau dieser Frage gehen engagierte Landwirt:innen in der Mühlviertler Alm gemeinsam mit der KLAR! nach.
Am Betrieb von Christoph Wahl in Bad Zell wurden im Frühjahr unterschiedliche Zwischenfruchtmischungen und Untersaaten angelegt. Gemeinsam mit weiteren Betrieben aus der Region werden die Versuche beobachtet und die Erfahrungen aus der Bewirtschaftung gesammelt. Beim 3. Boden-Stammtisch im Juni wurden die Versuchsflächen bereits vorgestellt.

Nun folgt beim 4. Boden-Stammtisch der Blick auf die bisherige Entwicklung: Wie haben sich die verschiedenen Mischungen unter den Witterungsbedingungen dieses Jahres entwickelt? Welche Unterschiede zeigen sich bei Bodenbedeckung und Pflanzenwachstum? Und welche Erkenntnisse lassen sich daraus für die eigene Bewirtschaftung ableiten?
Im Mittelpunkt steht der Austausch direkt am Feld. Denn nicht jede Zwischenfrucht eignet sich für jeden Standort oder jede Fruchtfolge. Entscheidend ist, welche Ziele ein Betrieb verfolgt und wie sich geeignete Maßnahmen langfristig in die Bewirtschaftung integrieren lassen.

Der 4. Boden-Stammtisch bietet die Gelegenheit, erste Praxiserfahrungen gemeinsam zu diskutieren, voneinander zu lernen und neue Ansätze für klimafitte Böden mitzunehmen.

4. Boden-Stammtisch – Termin und Anmeldung

Anmeldung erbeten bei susanne.moser@energiebezirk.at

Weiterführende Informationen: Umweltbundesamt – Dürre 2026 · Grüner Bericht 2026 · Nachlese zum 3. Boden-Stammtisch