Zwischenfrüchte: Mehr als Begrünung – ein Schlüssel für klimafitte Böden

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Nachlese: 3. Boden-Stammtisch der Mühlviertler Alm Bauern mit KLAR! 🌱

Trockenheit, Hitze und immer längere Vegetationsperioden verändern auch die Landwirtschaft in der Mühlviertler Alm. Umso wichtiger wird ein Boden, der Wasser speichern kann und auch unter schwierigen Bedingungen leistungsfähig bleibt. Genau diesem Thema widmete sich der 3. Boden-Stammtisch der KLAR! Mühlviertler Alm, der diesmal am Betrieb von Christoph Wahl in Bad Zell stattfand.

Mehr als 30 interessierte Landwirtinnen und Landwirte folgten der Einladung der Mühlviertler Alm Bauern und der KLAR! Mühlviertler Alm. Gemeinsam mit DI Patrick Falkensteiner von der Boden.Wasser.Schutz.Beratung der LK OÖ stand die Frage im Mittelpunkt, welchen Beitrag Zwischenfrüchte für Bodengesundheit, Wasserspeicherung und Ertragssicherheit leisten können.

Zu Beginn stellte Gastgeber Christoph Wahl seinen Betrieb und die heuer angelegten Zwischenfrucht- und Untersaatversuche vor. Gemeinsam mit weiteren Betrieben der Region werden unterschiedliche Saatgutmischungen beobachtet und ausgewertet. Die KLAR! Mühlviertler Alm begleitet dieses Praxisprojekt und wird die Ergebnisse weiterverfolgen. Bereits im Herbst findet dazu ein weiterer Feldtermin statt.

Welche Aufgabe soll meine Zwischenfrucht erfüllen?

Patrick Falkensteiner machte gleich zu Beginn deutlich: Nicht jede Zwischenfrucht erfüllt den gleichen Zweck. Entscheidend ist, welches Ziel verfolgt wird – Boden lockern, Humus aufbauen, Wasser speichern, Stickstoff binden oder Futter erzeugen. Ebenso wichtig ist eine Mischung, die zur jeweiligen Fruchtfolge passt. Bewährte Saatgutmischungen haben sich in der Praxis gut etabliert, können aber standortgerecht ergänzt werden. Hilfestellung bietet dabei auch der Begrünungsrechner der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.

Jede Bodenbearbeitung kostet Wasser

Im Praxisteil kamen erneut Bodenkoffer und Vanhoof-Profilspaten zum Einsatz. Während mit der Spatenprobe Bodenart und Bodenstruktur bestimmt wurden, ermöglichte der Vanhoof-Profilspaten einen nahezu ungestörten Blick in das Bodenprofil. Mögliche Verdichtungen, Durchwurzelung und die einzelnen Bodenhorizonte werden dadurch direkt sichtbar – eine wertvolle Grundlage, um den Zustand des Bodens richtig einschätzen zu können.

Anhand der Bodenprobe wurde deutlich, wie stark die Bodenbearbeitung den Wasserhaushalt beeinflusst. Bereits beim Grubbern können je nach Bedingungen 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter verdunsten, beim Pflügen sogar 30 bis 35 Liter. Gerade in trockenen Jahren wie heuer kann das entscheidend für den Feldaufgang und den späteren Ertrag sein. Umso wichtiger sind bodenschonende Bearbeitung, der richtige Zeitpunkt sowie ein möglichst durchgehend begrünter Boden. Eine bekannte Faustregel verdeutlicht dies: Ein Wachstumstag im Juli entspricht etwa einer Woche im August oder einem Monat im September. Früh angelegte Begrünungen können daher deutlich mehr Biomasse bilden und Wasser besser im Boden halten.

Auch die pH-Wert-Messung mit dem Bodenkoffer war Teil des Fachabends. Gerade im Mühlviertel sind viele Böden aufgrund des Ausgangsgesteins sauer. Eine angepasste Kalkung verbessert die Nährstoffverfügbarkeit und schafft günstigere Bedingungen für das Bodenleben. Nachhaltige Tiefenlockerung gelingt zudem vor allem in Kombination mit tiefwurzelnden Kulturen wie Ölrettich oder Lein, die den Unterboden langfristig erschließen. Von einer mechanischen Tiefenlockerung rät der Experte ab, da dies nur die Bodenqualität verschlechtert.

Erfahrung trifft Forschung

Neben den fachlichen Inputs stand vor allem der Austausch im Mittelpunkt. Fragen zu Zwischenfruchtmischungen, Begrünungsversuchen, Bodenbearbeitung und aktuellen Rahmenbedingungen führten zu angeregten Diskussionen unter den Teilnehmer:innen. Einigkeit bestand darüber, dass es kein Patentrezept für jeden Standort gibt. Erfolgreiche Bodenbewirtschaftung entsteht vielmehr durch die Kombination aus Erfahrung, wissenschaftlichen Erkenntnissen und der laufenden Beobachtung des eigenen Bodens. Ein besonderer Dank gilt DI Patrick Falkensteiner für den fundierten und praxisnahen Fachabend sowie Christoph Wahl für die Bereitstellung seines Betriebes und der Versuchsflächen. Die angelegten Zwischenfruchtversuche werden die KLAR! Mühlviertler Alm auch weiterhin begleiten – erste Ergebnisse und Erfahrungen werden im Herbst bei einem weiteren Feldtermin vorgestellt.