Der Energiebezirk Freistadt ist seit Sommer 2023 Träger der neuen KLAR! Mühlviertler Alm. Die Gemeinden der Region Mühlviertler Alm waren bereits zuvor Mitglieder der KLAR! Freistadt und können auf dieses Wissen bereits aufbauen.
Die KLAR! Mühlviertler Alm ist bereits deutlich vom Klimawandel betroffen. Die mittlere Jahrestemperatur lag 1971–2000 bei 6,9 °C, 2022 bereits rund 2 °C darüber. Bis 2050 ist von weiterer Erwärmung auszugehen. Die Anzahl der Sommertage verdoppelt sich nahezu, Hitze-tage nehmen markant zu. Die Vegetationsperiode verlängert sich um rund drei Wochen. Gleichzeitig steigen Starkregenintensität und Dürregefahr, Frosttage und Schneebedeckung nehmen deutlich ab.
Für die Region Mühlviertler Alm bedeutet Klimawandel steigende Durchschnittstemperaturen, längere Trocken-phasen und eine Häufung von Extremwetterereignissen. Dies führte in der Vergangenheit bereits zu großflächigen Borkenkäferbefällen, Wasserknappheit und damit einher-gehende Probleme der Energieversorgung sowie Ernteaus-fälle in den Sommermonaten und Starkregenereignisse, die ganze Felder und Straßenabschnitte beschädigten oder zerstörten. Mit der steigenden Anzahl an Hitzetagen wird auch zunehmend die Trinkwasserversorgung belastet. Klimaeinsatze von Blaulichtorganisationen häufen sich zunehmend, besonders in Hinblick auf Extremwetter-ereignisse und dessen Folgen.
Die Region Mühlviertler Alm blickt, trotz großer Herausforderungen, positiv in die Zukunft. Sie sieht auch die Potenziale einer Klimaveränderung und weiß diese geschickt und innovativ weiter zu stärken. Die Anpassung an den Klimawandel wird selbstverständlich in allen Lebensbereichen und Wirtschaftsformen mitgedacht und im Sinne einer guten Anpassungspraxis gehandelt.
Durch die Teilnahme am KLAR!-Programm wird der Region ermöglicht, sich vertiefend mit den Folgen des Klimawandels auseinanderzusetzen und zu erkennen, dass gehandelt werden muss. Die größten Ziele sind die Sensibilisierung der Bevölkerung zum sorgsamen Umgang mit Regen- und Trinkwasser. Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sind besonders trockenheitsresistente und winterharte Sorten zu priorisieren und kultivieren. Im Bereich Bauen und Sanieren sowie Infrastruktur liegt der Fokus auf Beschattung und der Nutzung von nachhaltigen Ressourcen. Außerdem sollen Lösungen für hitzeangepasstes Verhalten aufgezeigt und gestärkt werden und somit zukunftsweisend über die Region Mühlviertler Alm hinaus sein. Es sollte ein Beitrag zur Steigerung der Artenvielfalt geleistet werden, sowohl auf privaten, wirtschaftlichen als auch öffentlichen Flächen. Durch die Auseinandersetzung mit Naturgefahren sollen angepasste Präventionsmaßnahmen abgeleitet werden, die die Region auch für den Ernstfall wappnen.

Sensibilisierung zum Umgang mit Trinkwasser und Förderung der Regenwassernutzung und -speicherung.

Chancen eines kühlen Klimatourismus aufzeigen und weiter ausbauen.

Erkennen von neuartigen, invasiven Pflanzenarten und Wissensaufbau zur Jahreszeitenhecke.

Mehrtägige Veranstaltungsreihe zum Thema Klima & Boden und Stärkung der lokalen Landwirtschaft.

Vorsorgecheck Naturgefahren in Gemeinden und darauf aufbauende Maßnahmen ableiten und erarbeiten.

Bewusstsein zum steigenden Hitzerisiko schaffen und Förderung der Gemeinden bei Umsetzungen von Beschattungs- und Begrünungsmaßnahmen.

Stärkung des Wissensaustausches zwischen (Hobby-) Gärtner:innen und Förderung der Artenvielfalt.

Präventionsmaßnahmen gegen die steigende Waldbrandgefahr und Praxisaustausch zum Wald der Zukunft.

Bewusstseinsbildung für klimaangepasste Bauweisen im Bestand und Neubau und dem Mühlviertler Holzbau.

Breite Bewusstseinsbildung.