KLAR! Mühlviertler Kernland

17 Gemeinden machen sich gemeinsam klimafit

Die KLAR! Mühlviertler Kernland setzt seit 2017 regionale Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels um. In der genehmigten Weiterführung III von Mai 2026 bis April 2029 werden die bisherigen Erfahrungen aufgegriffen und verstärkt in konkrete kommunale und regionale Projekte überführt.

Im Mittelpunkt stehen der Schutz vor Hitze und Naturgefahren, ein verbesserter Wasserrückhalt, klimafitte Wälder und Grünräume sowie die Information und Beteiligung der Bevölkerung. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der Region zu erhöhen und die hohe Lebensqualität im Mühlviertler Kernland langfristig zu sichern. Weitere Informationen zum Programm unter www.orte-von-morgen.at.

Mai 2026 bis April 2029 · 17 Gemeinden · 49.442 Einwohner:innen · 6 Maßnahmenbereiche

Der Klimawandel ist in der Region bereits spürbar

Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden, Wasserknappheit, Starkregen, Hangwasser und Stürme stellen Gemeinden, Bevölkerung und Einsatzorganisationen vor neue Herausforderungen. In Land- und Forstwirtschaft führen Trockenstress, Schädlingsbefall und Extremwetter zunehmend zu Schäden und wirtschaftlichen Risiken.

Besonders belastet sind ältere Menschen, Kinder, gesundheitlich vorbelastete Personen sowie Menschen, die im Freien arbeiten. Gleichzeitig fehlt es in dicht bebauten und versiegelten Ortsbereichen häufig an Schatten, kühlenden Grünflächen und Möglichkeiten zur Versickerung von Regenwasser.

Die KLAR! unterstützt die Gemeinden dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, wirksame Vorsorgemaßnahmen zu entwickeln und erfolgreiche Lösungen innerhalb der Region weiterzugeben.

Vision im Hinblick auf Klimawandelanpassung

Klimawandelanpassung wird zu einem selbstverständlichen Bestandteil kommunaler Entscheidungen. Öffentliche Plätze, Gebäude, Wälder, Grünräume und Wassersysteme werden vorausschauend und klimaangepasst gestaltet.

Gemeinden, Einsatzorganisationen, Betriebe und Bevölkerung kennen die regionalen Klimarisiken und wissen, wie sie vorsorgen können. Gemeinsam entsteht eine widerstandsfähige Region, die ihre natürlichen Lebensgrundlagen schützt und auch unter veränderten klimatischen Bedingungen lebenswert bleibt..

UNSERE ZIELE BIS 2029

  • Die Hitzebelastung in Ortszentren und an Aufenthaltsorten besonders gefährdeter Personengruppen wird reduziert.
  • Entsiegelung, Verschattung, Begrünung und klimafittes Bauen werden stärker in kommunalen Planungen berücksichtigt.
  • Regenwasser wird möglichst vor Ort gespeichert, genutzt oder versickert.
  • Gemeinden, Landwirtschaft und Bevölkerung werden beim Umgang mit Starkregen, Hangwasser und Trockenperioden unterstützt.
  • Die Vorsorge- und Einsatzplanung bei Naturgefahren wird gemeinsam mit Gemeinden und Feuerwehren weiterentwickelt.
  • Klimafitte Mischwälder und standortangepasste Baumarten werden gefördert.
  • Öffentliche Grünräume werden biodiversitätsfreundlich, bodenschonend und klimaangepasst gestaltet.
  • Wissen über Klimarisiken und konkrete Handlungsmöglichkeiten wird verständlich und zielgruppengerecht vermittelt.

Maßnahmenpakete

Coole Gemeinden

Hitzevorsorge wird stärker in die Gestaltung öffentlicher Plätze, Gebäude und Freiräume integriert. Hitzespaziergänge zeigen besonders belastete Orte auf und liefern konkrete Vorschläge für Verschattung, Begrünung und Entsiegelung.

Gemeinden werden bei Entsiegelungsprojekten sowie bei klimafittem und naturbasiertem Bauen unterstützt. Ergänzend werden ein Pop-up-Schatteninselsystem vorbereitet und Angebote wie Waldbaden für besonders hitzegefährdete Personengruppen umgesetzt.

Geplante Aktivitäten: Hitzespaziergänge, Entsiegelungsberatungen, Informationsveranstaltungen zu klimafittem Bauen, Pop-up-Beschattung und Waldbaden.

Naturgefahren im Klimawandel

Starkregen, Hangwasser, Sturm und weitere Extremereignisse erfordern abgestimmte Vorsorge über Gemeindegrenzen hinweg. Gemeinsam mit Gemeinden, Feuerwehren und Fachstellen werden Risiken analysiert und Einsatzabläufe weiterentwickelt.

Neben Starkregen-Planspielen und einem gemeindeübergreifenden Workshop zum Hangwasserschutz wird die Bevölkerung über Möglichkeiten der Eigenvorsorge informiert. Erfolgreiche Beispiele werden ausgezeichnet und bei der geplanten ASDR-Naturgefahrentagung 2027 in der Region sichtbar gemacht.

Geplante Aktivitäten: Hangwasser-Workshop, vier Starkregen-Planspiele, Informationskampagne, Best-Practice-Auszeichnung und Naturgefahrentagung.

Klimafitte Grünräume

Öffentliche Grünräume leisten einen wichtigen Beitrag zu Kühlung, Wasserrückhalt, Bodenschutz und Artenvielfalt. Gemeinden werden bei einer klima- und biodiversitätsgerechten Gestaltung und Pflege ihrer Grünflächen begleitet.

Die Schwerpunkte reichen von der Kampagne „Weniger Mähen, mehr Leben“ über die KLAR!-Bodenwoche und die Sicherung bestehender KLAR!-Hecken bis zur klimafitten Gestaltung von Friedhöfen.

Geplante Aktivitäten: Grünraumberatungen, Bodenwoche, Heckenmonitoring und Nachpflanzungen, Informationskampagnen und klimafitte Friedhöfe.

Wasserrückhalt in der Region

Regenwasser soll möglichst dort zurückgehalten werden, wo es anfällt. Damit können Kanalisation und Gewässer bei Starkregen entlastet, Wasser für Trockenperioden gespeichert und der Trinkwasserverbrauch reduziert werden.

Die KLAR! unterstützt Gemeinden bei Regenwasserzisternen, naturnaher Oberflächenentwässerung und der Übertragung des Schwammstadtprinzips auf kleinere Gemeinden. Auch wasserrückhaltende Bewirtschaftungsformen in der Landwirtschaft und der grenzüberschreitende Erfahrungsaustausch werden aufgegriffen.

Geplante Aktivitäten: Schwammstadt-Praxisbeispiele, Gemeindeberatungen, Veranstaltungen zu Entwässerung und Wasserrückhalt sowie Austausch mit Landwirtschaft und Partnerregionen.

Klimafitte Wälder

Trockenheit, Borkenkäfer und Sturm setzen insbesondere fichtenreichen Beständen zu. Klimafitte Wälder benötigen standortangepasste Baumarten, vielfältige Strukturen sowie eine langfristige Pflege und Nachsorge.

Exkursionswochen, Aufforstungsaktionen mit Jugendlichen, ein Baumbasar, Baumpatenschaften und Fachinformationen unterstützen Waldbesitzer:innen, Gemeinden, Schulen und Bevölkerung beim schrittweisen Waldumbau.

Geplante Aktivitäten: Exkursionswochen, Baumbasar, Baumpatenschaften, Aufforstungsaktionen und Fachvortrag zu klimafitten Baumarten.

Öffentlichkeitsarbeit

Klimawandelanpassung wird über Website, Newsletter, Gemeinde-Apps, Social Media, regionale Medien sowie die Radiosendung und den Podcast „Energiegeladen“ sichtbar gemacht.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Klimawochen an weiterführenden Schulen. Darüber hinaus erfolgt ein Austausch mit der KLAR! Nationalparkgemeinden Oberes Mölltal zu klimafitter Landwirtschaft und Pilzanbau als möglichem zusätzlichen Betriebszweig.

Geplante Aktivitäten: Website- und Social-Media-Beiträge, Newsletter, Radio und Podcast, Klimawochen sowie regionsübergreifender Wissenstransfer.

Das Anpassungskonzept für die KLAR! Mühlviertler Kernland findest du hier