Zwischenfrüchte im Trockentest: Erkenntnisse vom 4. Boden-Stammtisch

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Sieben Mischungen, ein trockener Sommer und wichtige Erkenntnisse für die Bodenbewirtschaftung

Wie haben sich unterschiedliche Zwischenfruchtmischungen unter den trockenen Bedingungen des Jahres 2026 entwickelt? Welche Unterschiede zeigen sich bei Wurzeln, Pflanzenbestand und Bodenstruktur? Diesen Fragen widmete sich der 4. Boden-Stammtisch am 23. Oktober 2026 am Betrieb von Christoph Wahl in Aich bei Bad Zell.

Nach der Begrüßung durch Gastgeber Christoph Wahl und Margit Huber von der KLAR! Mühlviertler Alm ging es gemeinsam zur Versuchsfläche. Dort wurden sieben Versuchsstreifen besichtigt: drei Mischungen der Saatbau Linz und vier von Die Saat. Die eingeladenen Vertreter der Saatgutunternehmen konnten leider nicht teilnehmen. So standen die Beobachtungen direkt am Feld und der Erfahrungsaustausch unter den Landwirt im Mittelpunkt.

Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick

  • Trockenheit prägt die Bestände: Besonders Alexandriner- und Perserklee konnten sich in mehreren Mischungen kaum etablieren. Auch die Rettichwurzeln blieben deutlich kleiner als in niederschlagsreicheren Jahren.
  • Boden weiterhin sehr trocken: Trotz Niederschlägen kurz vor dem Feldtermin war der Boden vielerorts nur bis etwa 15–20 cm Tiefe durchdringbar. Darunter zeigte er sich sehr hart.
  • Unterschiedliche Mischungen, unterschiedliche Funktionen: Die sieben Varianten setzen auf verschiedene Wurzeltypen und Pflanzenkomponenten. Eine allgemeingültige Empfehlung lässt sich aus den bisherigen Beobachtungen noch nicht ableiten.
  • Ausblick auf das Frühjahr 2027: Die Versuchsflächen werden erneut begutachtet. Besonders interessant wird die weitere Wurzelentwicklung und die Frage, ob sich die Bodenprofile dann wieder tiefer durchdringen lassen.

Abbildung 1: Rettichwurzel | Abbildung 2: Wurzeln Sommerwicke

Sieben Mischungen im Vergleich

Die sieben Versuchsstreifen zeigten unterschiedliche Ansätze für den Zwischenfruchtanbau:

  • ÖPULFIT (Saatbau Linz): Raschwüchsige, abfrostende Mischung aus Ölrettich, Senf und Buchweizen. Die sonst kräftigen Pfahlwurzeln des Ölrettichs blieben heuer trockenheitsbedingt deutlich kleiner.
  • BODENFIT (Saatbau Linz): Vielschichtige Mischung für Bodenstruktur und Humusaufbau. Auch hier waren die Rettichwurzeln kurz, der Alexandrinerklee kaum aufgekommen.
  • HYDROFIT (Saatbau Linz): Mischung für trockene Standorte mit wassereffizienten Pflanzen. Auffällig war der Bestand mit vielen feinen Wurzeln.
  • AquaPluss früh (Die Saat): Soll durch rasche Bodenbeschattung die Verdunstung reduzieren. Der Alexandrinerklee war kaum zu sehen.
  • HumusPluss (Die Saat): Vielschichtige Mischung für Bodenbeschattung und Bodenleben. Besonders die feinen Wurzeln der Kresse fielen auf. An den Wurzeln von Sommerwicke und Perserklee fanden sich deutlich weniger Knöllchenbakterien als in Jahren mit normalen Niederschlagsmengen.
  • ÖpulPluss (Die Saat): Mischung mit mehreren insektenblütigen Arten, auch als Bienenweide geeignet. Der Boden war oberflächlich weicher, ab etwa 17–20 cm Tiefe jedoch ebenfalls sehr hart.
  • SpeedPluss (Die Saat): Raschwüchsige Mischung aus Buchweizen, Senf und Alexandrinerklee. Im Rahmen der Besichtigung wurde sie als weniger geeignet für die Aussaat nach Weizen und anderen Getreidearten eingeschätzt.

Trockenheit deutlich im Bodenprofil erkennbar

Eine zentrale Erkenntnis des Feldtermins war der Einfluss der langen Trockenphase. Obwohl es in den Tagen zuvor rund 10 bis 15 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gegeben hatte, war der Boden weiterhin sehr trocken. Mit Spaten und Bodensonde ließ er sich vielerorts nur bis etwa 15–20 cm Tiefe durchdringen. Darunter war er ausgesprochen hart.

Besonders anschaulich war der Vergleich mit dem Frühjahr: Damals konnte die Bodensonde im Bereich der ÖPULFIT-Mischung noch rund einen Meter tief in den Boden gestochen werden. Im Oktober war das nicht mehr möglich. Auch die Bearbeitungstiefe des Grubbers von ungefähr 8 cm war im Bodenprofil erkennbar.

Offen blieb, ob die begrenzte Eindringtiefe auf eine Verdichtung beziehungsweise Ackersohle oder vor allem auf die Feuchtigkeitsgrenze zurückzuführen ist. Deshalb wurde zusätzlich eine Bodenprobe mit dem Bodenrohr auf einer unbearbeiteten Fläche neben der Versuchsfläche entnommen. Der Vergleich soll helfen, diese Beobachtung besser einzuordnen.

Noch keine eindeutige Empfehlung – der Frühjahrsvergleich wird spannend

Über alle Mischungen hinweg zeigte sich, dass die Trockenheit die Entwicklung einzelner Pflanzenarten stark beeinflusst hat. Besonders die Kleekomponenten konnten sich nach der Aussaat offenbar nicht ausreichend etablieren und wurden teilweise von anderen Kulturen überwachsen. Auch die sonst kräftige Pfahlwurzel des Rettichs konnte ihre bodenlockernde Wirkung unter diesen Bedingungen nicht entfalten.

Die einzelnen Mischungspartner erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Buchweizen kann beispielsweise Phosphor mobilisieren, wird allerdings auch gerne vom Wild gefressen. Generell zeigte sich, dass mehr Mischungspartner zu einem dichteren Bestand beitragen können. Wichtig ist auch: Alle sieben besichtigten Mischungen sind für den Bodenaufbau und nicht für die Verfütterung vorgesehen. Eine eindeutige Empfehlung für eine bestimmte Mischung konnte Christoph Wahl zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeben.

Beim abschließenden Erfahrungsaustausch berichtete ein Landwirt, dass sich bei ihm ein Stoppelsturz nach Kleegras bewährt hat. Ein weiterer Teilnehmer brachte außerdem das Thema Holzasche ein, die aufgrund ihrer großen Oberfläche Wasser speichern und die Kompostierung beschleunigen könne. Dazu gibt es bereits Versuchsanbauten – weitere Informationen dazu werden folgen.

Der nächste wichtige Schritt folgt im Frühjahr 2027: Dann sollen die sieben Mischungen erneut verglichen und insbesondere die Entwicklung der Wurzeln und Bodenprofile untersucht werden. Ob sich die Böden über den Winter wieder besser durchdringen lassen und welche Unterschiede zwischen den Mischungen sichtbar werden, bleibt abzuwarten.

Die Mühlviertler Alm Bauern und die KLAR! Mühlviertler Alm bedanken sich herzlich bei Christoph Wahl für die Bereitstellung der Versuchsfläche und bei allen Teilnehmer*Innen für das Interesse und den fachlichen Austausch.