Gemeinden stehen vor der Herausforderung, öffentliche Grünräume auch unter veränderten klimatischen Bedingungen attraktiv und funktional zu halten. In Schönau im Mühlkreis wurde dafür eine zukunftsweisende Lösung umgesetzt.
Ein neuer Treffpunkt im Herzen von Schönau
Mit der Neugestaltung des Ortszentrums entstand vor der Pfarrkirche Schönau ein attraktiver Pilgergarten. Der Platz dient als Rast- und Begegnungsort für Einheimische, Besucher:innen sowie für Pilger:innen am Johannesweg. Schattenbäume, Blühpflanzen und Sitzmöglichkeiten schaffen einen angenehmen Aufenthaltsraum mitten im Ort.
Gerade in Zeiten steigender Temperaturen gewinnen solche grünen Oasen zunehmend an Bedeutung. Sie verbessern das Mikroklima, schaffen Aufenthaltsqualität und leisten einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.

Regenwasser als Ressource nutzen

Mit steigenden Temperaturen wächst auch der Bewässerungsbedarf von Bäumen und Pflanzen. Gleichzeitig sollen wertvolle Trinkwasserressourcen geschont werden. Aus diesem Grund wurde im Rahmen des Projekts eine unterirdische Regenwasserzisterne mit integriertem Bewässerungssystem errichtet.
Das System sammelt Niederschlagswasser und speichert es für trockene Perioden. Über eine moderne Infrastruktur kann das gespeicherte Wasser gezielt zur Versorgung der Vegetation eingesetzt werden. Dadurch wird die langfristige Bewässerung des Pilgergartens sichergestellt, ohne zusätzlich auf Trinkwasser zurückgreifen zu müssen.
Unterstützung durch das Förderprogramm KLAR! Invest für KEM-Regionen
Ein wesentlicher Teil der Finanzierung der Regenwasserzisterne erfolgte über das Förderprogramm KLAR! Invest des Klima- und Energiefonds. Das Programm unterstützt Gemeinden in Österreich dabei, konkrete Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels umzusetzen.
Im Mittelpunkt stehen Investitionen in den Bereichen Hitzeschutz und Wassermanagement. Ziel ist es, Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber zunehmender Hitze, längeren Trockenperioden und häufigeren Starkregenereignissen zu machen.
Das Management der Klima- und Energiemodellregion Mühlviertler Alm beim Energiebezirk Freistadt übernahm dazu die Betreuung des Einreichprozesses. Dadurch konnten Fördermittel für die Umsetzung der klimawandelangepassten Infrastruktur in die Region geholt werden.
Klimaanpassung in der Praxis
Die Regenwasserzisterne unterstützt nicht nur die Bewässerung während Trockenzeiten, sondern erfüllt auch wichtige Funktionen im Starkregenmanagement. Durch die gezielte Sammlung und Speicherung von Niederschlagswasser werden Entwässerungssysteme entlastet und Wassermengen kontrolliert zurückgehalten.
Damit trägt die Anlage dazu bei, die Widerstandsfähigkeit des Ortskerns gegenüber Extremwetterereignissen zu erhöhen und langfristig stabile Bedingungen für die neu geschaffenen Grünflächen zu gewährleisten.

Ein Vorbild für andere Regionen
Der Pilgergarten in Schönau zeigt, wie Klimawandelanpassung auf kommunaler Ebene erfolgreich umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Ortsentwicklung auf praktische Weise. Mit solchen Projekten wird Klimawandelanpassung sichtbar und erlebbar, als konkrete Investition in lebenswerte Orte für heutige und kommende Generationen.
