KLAR! Hauptveranstaltung in Bad Ischl: Wasser im Wandel und Klimawandelanpassung zum Angreifen

 

Während derzeit eine Hitzewelle über Europa rollt und einmal mehr spürbar wird, wie unmittelbar die Folgen der Klimakrise bereits in unserem Alltag angekommen sind, trafen sich von 17. bis 18. Juni 2026 KLAR! Manager*innen aus ganz Österreich in Bad Ischl. Die diesjährige KLAR! Hauptveranstaltung fand in besonders feierlichem Rahmen statt: Zeitgleich wurde das 10-jährige Bestehen des Programms KLAR! gefeiert.

Das diesjährige Motto lautete „Wasser im Wandel – Wassermanagement in KLAR! Regionen“. Damit stand ein Thema im Mittelpunkt, das angesichts zunehmender Hitzeperioden, Trockenheit, Starkregenereignisse und Nutzungskonflikte immer wichtiger wird. Fachliche Inputs zu den Auswirkungen der Klimaerwärmung auf heimische Seen, zu Grundwasser im Wandel sowie ein Workshop zur Klimawandelanpassung in den Gewässerregionen Österreichs zeigten eindrücklich, wie vielfältig die Herausforderungen sind.

Besonders praxisnah war die Auseinandersetzung mit der Methode „Akzeptiertes Risiko“. Den Teilnehmer*innen wurde damit ein Werkzeug in die Hand gegeben, um gemeinsam mit oder für Entscheidungsträger*innen bestehende Gefahren strukturiert zu bearbeiten. Beispiele dafür sind Wassermangel im Wald oder Hochwasser im Dauersiedlungsgebiet. Ziel ist es, Schritt für Schritt eine Risikomatrix zu erstellen: Welcher Schaden ist unausweichlich? Wo können gezielte Maßnahmen eingreifen? Und wie lassen sich die Intensität eines Ereignisses abfedern sowie das Schadenausmaß verzögern oder verringern? Gerade für Gemeinden und Regionen ist dieser Zugang wertvoll, weil Klimawandelanpassung oft bedeutet, mit Unsicherheiten umzugehen und dennoch handlungsfähig zu bleiben. Passend dazu gibt es in Oberösterreich beim Elementarschaden Präventionszentrum ein weiterführendes Angebot: Der Lehrgang „Reise zum akzeptierten Risiko“ geht im November 2026 in die zweite Runde. Mehr Infos dazu findet ihr hier: EPZ-Angebot

Ein weiteres Highlight war der Walk & Talk am zweiten Veranstaltungstag. Dabei wurden unterschiedliche Stationen und Kooperationspartner*innen der KLAR! Managerin eingebunden, was den Austausch besonders bereichernd machte. So berichtete etwa der Stadtgärtner vor Ort von seinem Projekt „Ziegen gegen Neophyten“. Die tierischen Landschaftspfleger helfen dabei, invasive Pflanzenarten zurückzudrängen – ein anschauliches Beispiel für kreative, naturnahe und zugleich wirkungsvolle Anpassungsmaßnahmen.
Auch das Planungsbüro studio blaugrün war Teil des Walk & Talk und präsentierte den ersten Entwurf zur Umgestaltung der Kaiser-Franz-Josef-Straße sowie eines angrenzenden, versiegelten Platzes bei einer Schule. Im Zuge anstehender Kanalgrabungsarbeiten soll dieser Bereich aufgewertet und begrünt werden. Durch die Initiative der KLAR! Managerin wurde dazu ein mehrteiliger Beteiligungsprozess gestartet. Bürger*innen wurden für die geplante Umgestaltung sensibilisiert, aktiv eingebunden und mit ins Boot geholt. Das zeigt, wie wichtig Beteiligung, Kommunikation und gute Kooperationen für erfolgreiche Klimawandelanpassung sind.

Die Hauptveranstaltung in Bad Ischl machte deutlich: Die Arbeit der KLAR! Regionen ist ein zentraler Baustein, um Gemeinden auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Ob Wassermanagement, Hitzeschutz, Entsiegelung, Begrünung, Naturgefahrenvorsorge oder Bewusstseinsbildung – Klimawandelanpassung braucht regionale Strukturen, fachliches Know-how und Menschen, die Maßnahmen vor Ort vorantreiben.
Die Bedeutung dieser Arbeit wird zunehmend auch auf politischer Ebene betont. Im Zusammenhang mit den Budgetdiskussionen wurde zuletzt unter anderem die Wichtigkeit von Klimaschutz, Klimawandelanpassung und verlässlichen Strukturen für den Klima- und Energiefonds hervorgehoben. Für die Regionen ist das ein wichtiges Signal: Anpassung an den Klimawandel ist keine Zukunftsfrage, sondern eine aktuelle Aufgabe.

Auch der Energiebezirk Freistadt war vor Ort vertreten: Susanne Moser und Sylvia Steininger, die beiden KLAR! Managerinnen der Regionen KLAR! Mühlviertler Alm und KLAR! Mühlviertler Kernland, nahmen an der österreichweiten Vernetzungsveranstaltung teil. Die KLAR! Hauptveranstaltung findet jährlich in einer der mittlerweile 93 Klimawandel-Anpassungsmodellregionen statt. Sie dient dem fachlichen Austausch, der Vernetzung und der Weiterentwicklung der Arbeit in den Regionen. Außerdem werden im Rahmen der Veranstaltung ein Vorzeigeprojekt sowie die KLAR! Managerin und der KLAR! Manager des Jahres ausgezeichnet.

Für die KLAR! Mühlviertler Alm und die KLAR! Mühlviertler Kernland war die Hauptveranstaltung eine wertvolle Gelegenheit, neue Impulse mitzunehmen, Erfahrungen auszutauschen und das österreichweite KLAR! Netzwerk weiter zu stärken. Ein herzlicher Dank gilt dem Umweltbundesamt für die tolle Organisation sowie besonders der KLAR! Bad Ischl – Ebensee und der KLAR! Inneres Salzkammergut für die engagierte Gastgeberrolle, die spannenden Einblicke und die gelungene Veranstaltung.