Hohe Temperaturen belasten den Körper – besonders ältere und pflegebedürftige Menschen, Säuglinge, Kleinkinder sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die beiden KLAR! Manager*innen im Bezirk Freistadt bringen deshalb leicht verständliche Informationen zum Hitzeschutz direkt zu den Menschen und an jene Orte, an denen sie gebraucht werden.
Den Auftakt machte die KLAR! Mühlviertler Alm bereits im Mai 2026 mit einem ersten Hitze-Besuch im Haus für Senioren Bad Zell. Gemeinsam mit Frau Dr. Schwaiger, pensionierte Oberärztin aus Freistadt, stellte die KLAR! Mühlviertler Alm das Thema „Hitzeschutz im Alter“ bei einem Treffen der Zeitbank 55+ vor. Beim gemütlichen Nachmittagskaffee entstand eine persönliche und offene Gesprächsrunde. Die Teilnehmerinnen erfuhren, warum Hitze gerade im höheren Alter rasch zur gesundheitlichen Belastung werden kann und wie sich mit einfachen Maßnahmen vorbeugen lässt. Besprochen wurden unter anderem das richtige Verhalten an heißen Tagen, Möglichkeiten zur Kühlung von Haus und Wohnung sowie praktische Ernährungs- und Kleidungstipps.
Dabei stand nicht ein medizinischer Fachvortrag im Vordergrund, sondern ein verständlicher Austausch auf Augenhöhe: Welche Maßnahmen lassen sich unkompliziert in den Alltag einbauen? Was hilft bei großer Hitze? Und worauf sollten ältere Menschen, Angehörige und Betreuungspersonen besonders achten?
Ältere Menschen können ihre Körpertemperatur häufig weniger gut regulieren. Sie schwitzen weniger und verspüren Durst oft erst spät. Auch die Anpassung an plötzlich auftretende Hitze erfolgt langsamer. Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere bei Pflegebedürftigkeit, Gedächtnis- oder Orientierungsschwierigkeiten, chronischen Erkrankungen sowie bei der Einnahme bestimmter Medikamente.
Auch Säuglinge und Kleinkinder reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Ihre körpereigene Temperaturregulation ist noch nicht vollständig ausgereift, gleichzeitig können sie rascher austrocknen. Je kleiner ein Kind ist, desto wichtiger sind ausreichend Flüssigkeit, Schatten, leichte Kleidung und der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung.
Darüber hinaus zählen unter anderem akut erkrankte Menschen, Personen mit Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen, Schwangere sowie Menschen, die körperlich schwer arbeiten, zu den besonders gefährdeten Gruppen. Auch bestimmte Medikamente können die Austrocknung fördern oder die Wärmeregulation beeinflussen. Bitte klären Sie daher Fragen und Unklarheit immer mit Ihrer Ärztin und Ihrem Arzt.
Bei Hitze sollte über den gesamten Tag verteilt getrunken werden – bereits bevor Durst entsteht. Für ältere Menschen nennt die Broschüre als allgemeinen Richtwert stündlich ein kleines Glas und insgesamt etwa 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit täglich. Bei bestimmten Erkrankungen kann jedoch eine individuell abgestimmte Trinkmenge notwendig sein. In diesem Fall sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Gut geeignet sind Leitungswasser, Mineralwasser, kühle Kräuter- oder Früchtetees sowie verdünnte Fruchtsäfte. Getränke sollten kühl, aber nicht eiskalt sein. Eine sichtbar bereitgestellte Tagesmenge, beispielsweise in einem Krug, kann helfen, regelmäßig ans Trinken zu denken.
Mehrere kleine Mahlzeiten sind an heißen Tagen meist bekömmlicher als wenige große. Obst, Gemüse, Salate, Kompott oder kalte Suppen versorgen den Körper zusätzlich mit Flüssigkeit und Mineralstoffen. Sehr schwere oder besonders eiweißreiche Mahlzeiten können den Körper zusätzlich belasten.
Am besten wird frühmorgens und in der Nacht ausgiebig gelüftet. Tagsüber sollten Fenster, Vorhänge, Rollläden und Jalousien geschlossen bleiben. Außenliegender Sonnenschutz ist dabei besonders wirksam. Nicht benötigte Elektrogeräte und Beleuchtungskörper sollten ausgeschaltet werden, da auch sie Wärme abgeben. Kann ein Raum nicht ausreichend gekühlt werden, sollte – soweit möglich – vorübergehend ein kühlerer Aufenthaltsort genutzt werden. Die Raumtemperatur sollte möglichst nicht über 26 Grad Celsius steigen.
Anstrengende Tätigkeiten, Einkäufe und Bewegung sollten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Zwischen etwa 11 und 18 Uhr ist besondere Vorsicht geboten. Kühle Fußbäder, feuchte Tücher auf Armen, Beinen oder im Nacken, lauwarme Duschen und Wasser aus einer Sprühflasche sorgen durch Verdunstung für angenehme Kühlung. Kleidung sollte weit, hell und atmungsaktiv sein. Im Freien gehören eine Kopfbedeckung, Sonnenbrille und ausreichender Sonnenschutz dazu.
Bestimmte Medikamente können bei Hitze anders wirken, die Austrocknung fördern oder die Anpassung des Körpers an hohe Temperaturen beeinträchtigen. Dazu können beispielsweise entwässernde oder blutdrucksenkende Medikamente, Psychopharmaka und Antihistaminika zählen. Medikamente dürfen jedoch keinesfalls eigenständig verändert oder abgesetzt werden. Die Einnahme und richtige Lagerung sollten rechtzeitig mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Gerade bei allein lebenden, älteren oder pflegebedürftigen Personen reicht es häufig nicht aus, lediglich Informationsmaterial bereitzustellen. Während einer Hitzewelle sind regelmäßige Telefonate und Besuche besonders wichtig. Angehörige, Freund:innen und Nachbar:innen können dabei helfen, Getränke bereitzustellen, Einkäufe zu organisieren und erste gesundheitliche Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.
Schwindel, ungewöhnliche Schwäche, starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Verwirrtheit können erste Anzeichen einer hitzebedingten Erkrankung sein. Die betroffene Person sollte an einen kühlen, schattigen Ort gebracht, körperlich geschont und vorsichtig gekühlt werden.
Bei plötzlicher Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit, wiederholtem heftigem Erbrechen, Krampfanfällen, Kreislaufschock, sehr starken Kopfschmerzen oder einer sehr hohen Körpertemperatur ist unverzüglich die Rettung unter 144 zu verständigen.
Damit die Empfehlungen möglichst viele Menschen erreichen, wurden die Informationsbroschüren zum Hitzeschutz in allen Mitgliedsgemeinden des Energiebezirks Freistadt verteilt. Sie liegen unter anderem in Gemeindeämtern, Hausarztpraxen, Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Kindergärten auf.
Die Broschüren richten sich gezielt an ältere und pflegebedürftige Menschen, Angehörige und Pflegepersonal sowie an Eltern und Kindergartenpädagog:innen. Sie zeigen, wie sich gesundheitliche Risiken frühzeitig erkennen lassen, welche einfachen Schutzmaßnahmen im Alltag helfen und wie im Ernstfall richtig reagiert werden kann.
Hitzeschutz beginnt nicht erst am heißesten Tag. Wer sich rechtzeitig vorbereitet, auf Warnzeichen achtet und auch Mitmenschen im Blick behält, kann wesentlich dazu beitragen, dass alle möglichst gesund durch den Sommer kommen.