Drei Tage lang stand Bad Zell von 18. bis 20. September 2026 ganz im Zeichen der oberösterreichischen Volkskultur. Rund 12.000 Besucher:innen kamen zum „Fest.Zaumhaltn“ und erlebten ein vielfältiges Programm. Auch die KLAR! Mühlviertler Alm nutzte die Gelegenheit, um Klimawandelanpassung mitten unter die Menschen zu bringen.
Der Energiebezirk Freistadt (EBF) war mit den beiden Modellregionsmanager:innen der KLAR! und KEM Mühlviertler Alm beim Stand des Verbandes Mühlviertler Alm vertreten. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Information über aktuelle Projekte, sondern vor allem eine zentrale Botschaft: Klimaschutz und Klimawandelanpassung funktionieren nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort – und Gemeinden und Vereine spielen dabei eine entscheidende Rolle. Gerade ein Fest wie das Fest der Volkskultur zeigt, wie stark das regionale Leben von engagierten Gemeinden, Vereinen und ehrenamtlich tätigen Menschen getragen wird. Diese Strukturen sind auch für Klimaschutz und Klimawandelanpassung besonders wichtig: Sie kennen die örtlichen Gegebenheiten, erreichen viele Menschen und können Veränderungen unmittelbar vor Ort anstoßen.
Artenvielfalt beginnt im eigenen Garten
Am ersten Ausstellungstag stellte die KLAR! Mühlviertler Alm ihre Arbeit mit einem Schwerpunkt auf Artenvielfalt, Naturschutz und klimafittem Garteln vor. In zahlreichen Gesprächen ging es darum, wie Gärten und öffentliche Grünräume mit einfachen Maßnahmen besser an Hitze und Trockenheit angepasst und gleichzeitig wertvolle Lebensräume geschaffen werden können. Heimische und standortangepasste Pflanzen, mehr Strukturvielfalt sowie ein sorgsamer Umgang mit Boden und Wasser helfen dabei, Klimaanpassung und Biodiversität miteinander zu verbinden.
Gerade Gemeinden und Vereine können hier eine wichtige Vorbildwirkung übernehmen – etwa bei der Gestaltung öffentlicher Flächen, Vereinsanlagen oder gemeinschaftlich genutzter Grünräume.

Damit griff die KLAR! auch den starken Bezug des Festes zu Natur und Landschaft der Mühlviertler Alm auf. Die Verbindung von Natur und Kultur war einer der Schwerpunkte der Veranstaltung, die 2026 erstmals auch als Green Event umgesetzt wurde.
Wasser als gemeinsame Herausforderung
Am zweiten Ausstellungstag rückten Wasserverfügbarkeit und ein sorgsamer Umgang mit der Ressource Wasser in den Mittelpunkt. Gerade das Thema Wasser passte besonders gut zum Fest: Auch im Veranstaltungsprogramm spielte das Element eine wichtige Rolle – von der Heilquelle und dem Freizeitteich bis zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit Natur und Landschaft. Dabei wurde deutlich, dass der Umgang mit zunehmender Trockenheit, Starkregen und veränderten Niederschlagsmustern nicht an Gemeinde- oder Staatsgrenzen endet. Der Erfahrungsaustausch zwischen Regionen und Gemeinden ist deshalb ein wichtiger Baustein, um geeignete Lösungen für Wasserrückhalt, Grünräume und eine klimaangepasste Entwicklung zu finden.
Daher wurden gemeinsam mit dem Klimabündnis Oberösterreich und Partner:innen aus Tschechien Ergebnisse und Erfahrungen aus dem grenzüberschreitenden INTERREG-Projekt DeKLARed ADAPTRegions vorgestellt. Das Projekt bringt österreichische und tschechische Regionen zusammen, um Wissen und Erfahrungen zur Klimawandelanpassung auszutauschen und gemeinsam praxistaugliche Lösungen weiterzuentwickeln. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt dabei auf der Zusammenarbeit von Gemeinden, Regionen und Bevölkerung sowie auf naturnahen Anpassungsmaßnahmen.

Mehr zum INTERREG-Projekt DeKLARed ADAPTRegions
Für die KLAR! Mühlviertler Alm bot das Fest damit eine gute Gelegenheit, Klimawandelanpassung praxisnah zu vermitteln, mit Besucher:innen ins Gespräch zu kommen und zu zeigen, wie vielfältig die Handlungsmöglichkeiten direkt in der Region sind. Gleichzeitig zeigte die Veranstaltung sehr anschaulich, wie viel regionale Entwicklung von Menschen getragen wird, die sich in Gemeinden, Vereinen und Initiativen engagieren.
Die KEM und KLAR! Mühlviertler Alm sind Gemeindeprogramme. Sie unterstützen die Gemeinden der Region dabei, konkrete Maßnahmen umzusetzen, Wissen aufzubauen und gemeinsam mit regionalen Akteur:innen Lösungen zu entwickeln. Während die KEM – Klima- und Energie-Modellregion den Weg in Richtung Klimaneutralität mit Themen wie erneuerbare Energie, Energieeffizienz oder nachhaltige Mobilität begleitet, beschäftigt sich die KLAR! – Klimawandel-Anpassungsmodellregion damit, wie sich Gemeinden und Bevölkerung bestmöglich auf die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels vorbereiten können.