
Jagd- und Forstwirtschaft bilden ein wichtiges Zusammenspiel für einen gesunden Waldbestand. Beim Lokalaugenschein am Grünen Band in Thüringen wurde für mich offensichtlich, unter welchem Druck viele Waldflächen aktuell stehen und welche Entwicklung auch unsere Region nehmen könnte, wenn wir nicht aktiv Strukturen weiterpflegen und aufbauen, die uns helfen Lösungswege frühzeitig einzuschlagen. Hohe Rotwildbestände setzen den Jungforsten stark zu – in manchen Regionen bewegen sich über 100 Tiere pro Hundert Hektar, also ein fast zwanzigfaches im Vergleich zu Rotwildrevieren in Österreich.
.
Die Entwicklungen im Thüringer Wald schreiten rasend voran und sind besorgniserregend.
Gleichzeitig belasten Kalamitäten, verursacht durch den Borkenkäfer und Windrissen, den Wald in den letzten zehn Jahren enorm. Vermehrte Waldbrände und starke Bodenerosionszonen sind Folgen dieser Entwicklung. Große Mengen mit stehendem und liegendem Totholz, das auf Grund der vielen Kleinwald(erb)besitzerInnen nicht aufgearbeitet wird, verwandeln manche Waldgebiete zur lebensgefährlichen Zonen. Besonders nachdenklich macht mich, dass selbst in Regionen über 700 Metern Seehöhe der Fichtenbestand massiv unter Druck steht und auch dort der Borkenkäfer nicht Halt macht.

.

Ein Wettlauf gegen die Zeit, es fehlt offenbar an resistentem Saatgut und Manpower für die Aufforstung der Kahlflächen. Daher haben wir großes Glück, dass die bäuerlichen Forstpflanzenzüchter des BFZ für gesunden und widerstandsfähigen Baumnachschub in unserer Region sorgen und damit einen wichtigen Beitrag für den Erhalt unserer Wälder leisten. 🌱
Ein Lichtblick in der Region Thüringer Wald sind junge Eichenbestände, an manchen Stellen zeigen sich resistentere Jungwaldbestände, die als natürlicher Mischwald aufgehen. Zum Glück sind die Fichtenbestände der Mühlviertler Wälder auf Höhenlagen ab 700m noch weitgehend gesund. Wie lange noch, bleibt aber die Frage.