Sammlung

Seit 2010 sind wir eine von 39 Klimawandel-Anpassungsregionen (KLAR!) und wir befinden uns derzeit in der 3-jährigen Weiterführungsphase. Die vielen erfolgreichen Projekte der KLAR! Freistadt werden in dieser Sammlung veranschaulicht. Die Infomaterialen stehen als PDF zum Download bereit und können gerne verwendet werden.

KLAR Hecken

Unter dem Motto „Wir schauen auf die Natur“ setzten Schülerinnen und Schüler aus 15 Schulen des Bezirks Freistadt gemeinsam mit der KLAR! Freistadt sogenannte KLAR!-Hecken am Schulgelände. Ziel des Projektes ist es, die Auswirkungen des Klimawandels auf Pflanzen sichtbar zu machen.

Pflanzen im Klimawandel

Besonders im Frühling und Sommer hat die Temperatur großen Einfluss auf die Geschwindigkeit der Pflanzenentwicklung. Eine Temperaturzunahme um bereits 1 °C lässt viele Frühlingsphasen wie die Blüte um eine Woche früher einsetzen. Die „Phänologie“ untersucht genau diese Zusammenhänge zwischen der Entwicklung von Pflanzen und Tieren im Jahresverlauf und der Witterung bzw. dem Klima, denn Pflanzen wirken als sehr empfindliche Messinstrumente der bodennahen Atmosphäre. Sie stellen also einen Naturkalender dar. Man kann nie genau sagen, wann die Natur durchstartet, aber dass der Vorfrühling durch die Haselblüte gekennzeichnet ist, der Frühsommer mit jener des Schwarzen Holunders beginnt und zu diesem Zeitpunkt sicher kein Apfelbuam mehr blühen wird, darauf kann man sich verlassen.

Durch den Klimawandel reagieren die Pflanzen mit zunehmend früherer Blüte oder Fruchtreife auf die „verrückte“ Temperaturentwicklung der letzten Jahre. Dies hat weitreichende Folgen für viele verschiedene Bereiche, wie etwa die Imkerei, Landwirtschaft oder auch für Allergiker*innen. Die KLAR!-Hecken, welche aus zehn Zeigerpflanzen bestehen, sollen die Auswirkungen des Klimawandels für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger sichtbar und begreifbar machen. Jede KLAR!-Hecke ist mit passenden Infotafeln ausgestattet, sodass jeder „auf die Natur schauen kann“. Die Beobachtungen können anschließend in die App „Naturkalender“ eingetragen werden. Das Dokumentieren von verschiedenen Entwicklungsstadien, wie etwa von Blühzeitpunkten, unterstützt nicht nur das eigene Naturverständnis, sondern hilft auch der Klimaforschung.

3Gipfelweg

Mit dem 3 Gipfelweg wird das Angebot Region Mühlviertler Alm um einen Wanderweg für die Zielgruppe ambitionierter Tageswanderer erweitert. Der 3 Gipfelweg ist ein Rundwanderweg mit einer Länge von 21 km, insgesamt 800 Höhenmetern und einer durchschnittlichen Gehzeit von 6 Stunden. Start und Ziel befinden sich beim Gemeindegebäude, der Weg wird im Uhrzeigersinn gegangen und führt über den Herzogreither Berg, den Rehberggipfel und den Haiderberg. Am Rückweg nach St. Leonhard führt er über den Predigtberg. Die Zugangstür zur Susi Wallner Warte wurde mit einem automatischen Schließsystem ausgestattet und ist somit tagsüber für Besucher zugänglich.

Mit 15 Informationspunkten entlang des Rundweges werden die Folgen des Klimawandels erläutert und der Einfluss auf unterschiedliche Lebensbereiche und den Menschen aufgezeigt. Die Inhalte der Stationen, die gut sichtbar mit Schildern gekennzeichnet wurden, sind ein Teil der Arbeit der KLAR! Freistadt. Es werden nicht nur die Auswirkungen des Klimawandels gezeigt, es gibt auch Hinweise auf die Vielzahl der Anpassungs- und Vorsorgemaßnahmen, die bereits umgesetzt wurden oder zukünftig notwendig sind. In einer kostenlos zur Verfügung stehenden App (Hearonymus) kann nach Eingabe der Stationsnummer der jeweilige Beitrag (ca. 3 Minuten) via Handy gehört werden.

Der 3 Gipfelweg ist ein Leaderprojekt des Verschönerungs- und Tourismusforums St. Leonhard in Kooperation mit dem Energiebezirk Freistadt. Bei der Realisierung dieses Themenwegs zeigen sich Synergien zwischen Förderprogrammen und die beständige, beide Seiten belebende Zusammenarbeit zwischen Energiebezirk Freistadt und Mühlviertler Alm.

Hier könnt ihr die Wanderkarte downloaden.

Wasserwissen

Wasser ist das Lebensmittel Nr.1, das durch nichts ersetzt werden kann. Die Versorgung der Bevölkerung mit gesundem Trinkwasser ist für Leben und Gesundheit unabdingbar. Wasser bildet die Lebensgrundlage für Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft und Tourismus. Die Versorgung mit Trinkwasser in bester Qualität und notwendiger Quantität ist in Österreich zum Standard geworden. Um auch zukünftig Trinkwasser von guter Qualität und in ausreichender Quantität zu haben, müssen wir uns auf bestimmte klimatische Veränderungen und zukünftige Herausforderungen vorbereiten. Dazu zählen nicht nur technische Investitionen, sondern auch ein bewusster Umgang mit dem wertvollen Gut des Trinkwassers. Aus diesem Grund hat die KLAR! Freistadt zehn interessante Fakten zu unserem Trinkwasser auf Bierdeckeln gedruckt. Somit kann das wichtige Thema auch am Stammtisch diskutiert werden. Die Bierdeckel stehen kostenlos beim Energiebezirk Freistadt zur Verfügung.

Neophyten

Der Klimawandel ist im Pflanzenreich bereits deutlich sichtbar. So hat sich etwa die Vegetationsperiode in den letzten 50 Jahren um zwei bis vier Wochen verlängert. Waldbäume leiden im Sommer unter Trockenstress. Das Verbreitungsgebiet vieler Arten verändert sich, beispielsweise verschieben Gebirgspflanzen ihre Grenzen nach oben. Zudem fördern höhere Temperaturen das Einwandern und die Ausbreitung wärmeliebender gebietsfremder Pflanzenarten, mildere Winter ermöglichen ein Überleben während der kalten Jahreszeit.

Pflanzenarten, die nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492 absichtlich oder unabsichtlich in ein neues Gebiet eingeführt wurden und sich in der Natur etablierten, werden Neophyten genannt. Vermehren sich solche gebietsfremden Pflanzen stark und breiten sich auf Kosten einheimischer Arten aus, zählen sie zu den invasiven Neophyten. Diese verursachen oft ökologische, ökonomische oder gesundheitliche Probleme. Diese sind vielfältig und betreffen sowohl den Menschen als auch Ökosysteme: Gefährdung der menschlichen Gesundheit, etwa durch Allergien oder Gifte, Verdrängung einheimischer Arten und Verringerung der Artenvielfalt oder Verursachung wirtschaftlicher Schäden, etwa durch Ertrags- und Qualitätseinbussen in der Land- und Forstwirtschaft.

Um auf diese Thematik aufmerksam zu machen, hat die KLAR! Freistadt eine Ausstellung zu invasiven Neophyten konzipiert, welche im Rahmen der Messe Mühlviertel 2019 ausgestellt wurde.

Gesund trotz Hitze

Die Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen ist eine direkte Auswirkung des Klimawandels auf die Gesundheit der Menschen. Auch in Österreich wurde in den letzten Jahrzehnten ein Anstieg der mittleren Temperaturen und eine deutliche Zunahme an Hitzetagen beobachtet, also Tage mit 30 Grad Celsius und mehr.

Dabei sind ältere und pflegebedürftige Menschen durch die Hitze besonders gefährdet. Die Gefahr steigt mit zunehmendem Alter, denn im Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers zur Wärmeregulation ab. Außerdem haben ältere Menschen ein mangelndes Durstempfinden. Geringe Flüssigkeitszufuhr und die im Alter abnehmende Fähigkeit zu schwitzen führen dazu, dass Wärme schlecht abgegeben werden kann und sich der Körper rascher erhitzt. Die Broschüre „Gesund trotz Hitze“ soll eine Hilfestellung für Pflegepersonal und Angehörigen von älteren und pflegebedürftigen Menschen bieten.

Wetterrückblick

Ein Jahr der Extreme: Im Rahmen des Projekts „Wetterfrösche“ hat der EBF in Zusammenarbeit mit Betreiber*innen regionaler Wetterstationen einen Wetterrückblick für 2019 verfasst.

Der Jänner 2019 startete mit unterdurchschnittlichen Temperaturen und viel Schnee. Februar, März und April brachten in der Region zu warme Temperaturen mit sich und fielen viel zu trocken aus. Einem deutlich zu kalten Mai – Regen und Frosttage warfen die Vegetation um rund drei Wochen zurück – folgte ein Juni der Rekorde. Er war viel zu warm und überdurchschnittlich sonnig. Neben hohen Temperaturen zeichnete sich der Juni auch durch eine extreme Trockenheit aus. Juli und August fielen weniger extrem aus und schlossen einen zu heißen Sommer ab. Der August brachte in Liebenau eine „Regenbombe“ mit 18 Liter pro Quadratmeter binnen fünf Minuten. Einem normalen September folgte ein Oktober mit herrlichen Altweiber-Sommertagen. Ein zu warmer November und Dezember ließen das Jahr 2019 ausklingen.